Antwort (aktualisiert am: 23.2.2019):
Sprachenprojekt: gymnasium-zwettl.ac.at
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〈Die Staatlichen Museen zu Berlin〉 haben den in Berlin lebenden Lyriker Gerhard Falkner, einen der grossen deutschen Sprachzauberer, beauftragt, Gedichte zum Pergamonfries zu verfassen; diese «Pergamon Poems» hat man zusammen mit der Berliner Schaubühne als Videoclips inszeniert, in denen die Rezitation durch Schauspieler, Kamerafahrten über die Figuren des Frieses und leise Musik eine erstaunliche Verbindung eingehen: Die lebendig bewegten Gesichter der Darsteller, der tote, aber belebte Stein, das nur gelegentlich gebrochene Gleichmass der präzise vorgetragenen Verse und die zarten Töne formen einen Eindruck von meditativer Geschlossenheit […] br> br>
Falkners Verse knüpfen an die Tradition sprachlicher Evokation von Plastik seit Winckelmann an. Das moderne Medium erlaubt es, dass Skulpturen und Gedichte sich gegenseitig steigern. Die menschlichen Organe, die dafür gebraucht werden, der sprechende Mund und das sehende Auge werden dabei so berührend miteinbezogen, dass der Zuschauer selbst ganz Auge und ganz Ohr wird. Die Stimme und das Phänomen: Selten sieht man, wie genial sich das älteste Medium der Menschheit, die mündliche Dichtung, mit ihrem jüngsten, dem Videokanal, verbünden kann. Angeblich ist der Pergamon-Altar angeregt durch Verse Homers, die von den Wohnungen der Götter handeln. Gerhard Falkner schlägt diesen Bogen zurück und macht den Berliner Marmorsturm zum Anlass neuer Dichtung: klassischer und gegenwärtiger geht es nicht. Auszug aus dem Bericht der SZ (7.4.2012, S. 17) von Gustav Seibt
Das Streiflicht der Süddeutschen Zeitung liefert Einsichten zur `Wahrheit über den Osterhasen’: Ist der Osterhase in Wirklichkeit ein Klippschliefer?
(SZ, 3.4.2012) Aufklärung ist immer auch eine Geschichte des Misslingens, und besonders rührend ist in dem Kontext der alljährlich wiederkehrende und zuverlässig scheiternde Versuch, die Wahrheit über den Osterhasen unters Volk zu bringen. In diesem Jahr ist es der Evangelische Pressedienst (epd), der sich der undankbaren Aufgabe unterzieht. Während die Armee der Schoko-Hasen das Osterfest bereits weiträumig besetzt hält, wird von dort aus die Information verbreitet, dass dem Osterhasen eigentlich ein Irrtum zugrunde liege, dass es lauter falsche Hasen seien, die da von der Süßwarenindustrie mobil gemacht wurden und nun mit grotesk gefletschten Nagezähnen herumstehen. Indes, viel Feind, viel Ehr, und so sei denn die Karwoche mit dem Hinweis begonnen, dass der einzige Osterhase, der auch theologisch ‘Sinn macht’, der Klippschliefer ist.
Laut epd ist es dem heiligen Hieronymus anzulasten, dass sich der Hase derart hat breitmachen können. Obwohl der Kirchenvater in den alten Sprachen besser zu Hause war als die meisten seiner Zeitgenossen, neigte er, wie er selber zugibt, zur Schluderei, und so kam es, als er die Bibel ins Lateinische übertrug, zu einem Fehler, der bis heute nachwirkt. Hieronymus gab das hebräische shaphan mit lepus wieder, und so nahm denn der Hase fortan den Platz ein, der dem Klippschliefer zugestanden hätte. Wobei es natürlich auch hier so war, dass der Heilige Geist seine unsichtbare Hand mit im Spiel hatte. Indem er zuließ, dass Hieronymus unkorrekt übersetzte, hielt er viel Unfug von der kirchlichen Sphäre fern. Man stelle sich vor, die Gemeinde hätte Psalm 104 Vers 18 so beten müssen: ‘Die hohen Berge sind der Gämsen Zuflucht, die Felsen die der Klippschliefer.’ An das Hallo, das dabei besonders unter den Buben aufgekommen wäre, darf man gar nicht denken, und womöglich wäre auch der Pfarrer ins Schlingern geraten, wenn er sich allfälligen Fragen zu Wesen, Vorkommen und Fortpflanzung der Klippschliefer hätte stellen müssen.
Die Frage, wie es der Hase schaffte, sich unter den theologisch relevanten Tieren einen derart hohen Rang zu sichern, kann hier weder erörtert noch gar beantwortet werden. Wohl aber können wir der Süßwarenindustrie für den Fall, dass sie die Marktlücke Schokoklippschliefer schließen will, mit dem Hinweis dienen, dass der Klippschliefer zu den Schliefern zählt und dass er weitschichtig mit Elefant und Seekuh verwandt ist. Doch keine Angst, Konditoren, in aller Regel hat der Klippschliefer die Größe eines Pfeifhasen oder Murmeltiers, und so sieht er auch aus. Kurios übrigens, dass es in einer anderen Übersetzung von Psalm 104 Vers 18 heißt, die Felsen seien eine Zuflucht der Igel. Sollte das ebenfalls auf Hieronymus zurückgehen, so wäre er in gewisser Weise auch der Erfinder des Wettlaufs zwischen Hase und Igel.

In der Sendung Kontext (27.3.2012, 19:05) befasste sich Radio SWR2 mit der Sprache Latein:
Schüler mit Migrationshintergrund finden schneller und leichter in die deutsche Sprache und die deutsche Kultur, wenn sie Latein lernen. So die zunächst überraschende Beobachtung von Pädagogen und Professoren des Fachs. Warum Latein ausgerechnet beim Dauerthema Integration ein gewichtiges Wort mitzureden hat, fragt SWR2-Kontext mit Thomas Ihm (Hörbeitrag: ca. 15 Min.).
Seite entdeckt via:
www.swisseduc.ch/altphilo/news

Ein neues Museum soll bezeugen, wo der Gallier Vercingetorix den Römern unterlag:
MuséoParc Alésia
1 route des 3 Ormeaux – BP 49
F-21150 Alise-Sainte-Reine
www.alesia.com
Obwohl die archäologischen Funde — zuletzt ein Grabungsprogramm von 1991 bis 1997 unter Michel Reddé und Siegmar von Schnurbein — bisher keine eindeutigen Beweise für die Lokalisierung von Alesia erbrachten, wird heute die Hypothese von Alise-Saint-Reine nur noch von wenigen Forschern in Frage gestellt. Zahlreiche gallische und römische Münzen, Waffenteile und Spuren eines römischen Belagerungswalls um den Mont-Auxois wurden dort freigelegt. Um der Debatte endgültig den Garaus zu machen, hat das Département Côte-d’Or die Geschichte nun ein bisschen forciert und durch einen Doppelmuseumsbau oben auf dem Mont-Auxois und unten im offenen Feld die These aufgestellt: Alesia lag hier und nirgendwo sonst. Die gut 30’000 Besucher, die bisher jährlich das auf der früheren Galliersiedlung entstandene römische oppidum mit seinem Forum und seinem Amphitheater besichtigten, erschienen den Regionalpolitikern der Bedeutung des Orts nicht angemessen. Der ‘MuséoParc Alésia’, dessen erster Teil unten in der Ebene nun eingeweiht wurde und dessen zweiter Teil oben auf dem Hügel in den nächsten Jahren folgen wird, soll der letzten Gallierschlacht künftig mehr Zulauf bringen.
Textauszug des Berichtes der SZ, 26.3.2012, S. 11