Vergil mit der Muse der Geschichte und der der Tragödie, Mosaik aus dem 3. Jahrhundert n. Chr.
Entdeckungsfreudige Philologen suchen immer wieder einmal nach versteckten Botschaften und Signaturen in antiken Texten. Unlängst ist Vergils «Aeneis» zum Schauplatz detektivischen Drangs geworden. Was ist davon zu halten?
Bruno W. Häuptli
Die vermeintliche Entdeckung einer codierten Signatur am Anfang von Vergils «Aeneis» sorgte in zahlreichen Medien für Aufsehen, nachdem der Philologe Cristiano Castelletti in der renommierten Fachzeitschrift «Museum Helveticum» (Jg. 69, 2012) eine Studie unter dem Titel «Following Aratus’ plow: Vergil’s signature in the Aeneid» veröffentlicht hatte. Dem Autor gemäss wäre seine Entdeckung wie ein – hypothetischer – Fund von Leonardos Signatur im Bild der Mona Lisa zu werten.
Chinas Kampf um Rom
Stammen die Bewohner des chinesischen Dorfes Liqian tatsächlich von Römern ab? Manche Forscher glauben daran. Andere wittern ein Geschäft
Es war einmal eine wissenschaftliche Theorie, der Flügel wuchsen. Sie flog von London nach China, an den Rand der Wüste Gobi. Und mit einem Mal war es, als wären in diesem gottverlassenen Winkel Außerirdische gelandet. Römische Außerirdische in Federhelmen, umstrahlt von der Glorie des Imperiums. Sie schlichen sich in die Lokalregierung, in Tempel und Universitäten. Chinesische Bauern fühlen sich plötzlich ganz als Römer. Und alles nur wegen Homer Hasenpflug Dubs.
Im Jahr 1955 hielt der bekannte amerikanische Sinologe Dubs an der China Society in London einen aufsehenerregenden Vortrag. Lange hatten Forscher gerätselt, warum die antiken Großreiche Rom und China erst so spät in Kontakt getreten waren. Chinesischen Chroniken zufolge fand sich erstmals im Jahr 166 nach Christus ein Gesandter beim chinesischen Kaiser ein. Dubs zufolge aber sind die ersten Römer bereits 200 Jahre früher nach China gelangt…
Mit der Applikation Famous books — Treasures of the Bavarian State Library für iPad und iPhone präsentiert die Bibliothek kostbarste Spitzenstücke aus ihrem reichhaltigen Bestand.
Unter anderem können Sie im „Heliand“ oder in Wolfram von Eschenbachs „Parzival“ blättern. Spitzenwerke der Buchkunst wie die 42-zeilige Gutenberg-Bibel oder der Theuerdank laden ebenso zu Entdeckungstouren ein, wie der weltweit einzigartige Babylonische Talmud oder das Geheime Ehrenbuch der Fugger.
Neben einer reichen Auswahl an Bilderhandschriften enthält die App auch Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek, die im UNESCO World Heritage verzeichnet sind, darunter ein auf der Insel Reichenau hergestelltes Evangeliar, Handschriften aus der legendären Bibliothek von Matthias Corvinus und die Leithandschrift A des Nibelungenliedes. Autographen von Adalbert Stifter und kostbarste Handschriften aus dem Orient, Persien, Thailand oder Japan sind weitere Beispiele, in denen Sie virtuell blättern können.
Vorerst 52 Highlights der Bayerischen Staatsbibliothek können Sie über Ihr iPad oder auch iPhone abrufen. Durch ihre mehr als 450-jährige Geschichte schöpft die Bayerische Staatsbibliothek als eine der weltweit führenden Universal- und Forschungsbibliotheken hinsichtlich ihrer reichhaltigen, zum Teil einzigartigen Bestände nahezu aus dem Unermesslichen.
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